BORN INTO BROTHELS (2004)

An award winning documentary about life in brothels and children who have to live in red light districts of Calcutta. 

I have been waiting years for this movie. Be smart and you will find it. 

Miss Representation (2011) - a documentary trailer about the hegemonic society to dictate gender expression through media

THE INVISIBLE WAR - An investigative documentary about the epidemic of r*pe within the US-military.

ATTENTION: TRIGGER WARNING! Please don’t watch this trailer, if you are not stable enough.

Rathaus Comedy Neukölln: Witze auf Kosten von Minderheiten

Ich war am 17.11.2012 beim ‘Rathaus Comedy’ in Neukölln in der Boddinstr. 5, um eine monatliche Stand-Up Comedyshow zu sehen, die komplett in Englisch stattfand. Ich hatte mich bewusst dagegen entschieden, mich vorab über die Komödianten zu informieren, um unvoreingenommen in diese Veranstaltung zu gehen. Das war ein großer Fehler!

Das Line-Up bestand aus:

  • Paul Salamone (Veranstalter & Moderator)
  • ? Komödiant, von dem ich den Namen nicht mehr weiß
  • Perry Filippeos
  • Passun Ernesto Azhand
  • Georg Kammerer
  • Dharmander Singh
  • Comedy Sportz

Ich bin zutiefst erschüttert über das Ausmaß der Sexualisierung und Diskriminierungen innerhalb dieser Veranstaltung. Bei den meisten Performern hätte sich das Blatt wenden können, weil es zwischendurch gute Ansätze gab, aber immer wieder endeten die meisten Auftritte überwiegend bei Themen über (Hetero-)Sexualität.

Zuerst begann ein deutscher Kömödiant (so auch angekündigt) über seine Probleme als dicker Mensch zu erzählen, aber schnell wurde klar, dass er eher darüber klagen wollte, als dicker Mann keine Frau ins Bett zu bekommen. Er bekam dafür Mitleid („OOOHH!”) und Beifall.

Der zweite Kömödiant, Perry Filippeos, kam aus Griechenland und sagte ständig, dass es „politisch unkorrekt sei, aber”….dann gingen die Witze los über Schwule, Lesben, HIV-positive Menschen und direkt im Anschluss Afrika. Ebenso wurden weitere soziale Gruppen in die Mängel genommen. Und wieder wurde gelacht.

Als dritter Kömödiant betrat Passun Ernesto Azhand die Bühne, der aus Afghanistan kam. Seine erste ausgiebige Bewegung war die pantomimische „Wichsgeste”, während er den Namen des Moderators „Salamone” mehrmals wiederholte und seine Bewegungen entsprechend auch wiederholte. Dann meckerte er darüber, dass er als Afghane immer wie ein Terrorist behandelt werde (was auch in Ordnung ist, wenn er dies ankreidet). Auf einmal erzählte er von einem moslemischen „Fashionist”, der Menschen dazu erziehe, nicht wie ein Terrorist auszusehen. Dabei bediente er sich scheinbar stereotypischer Gesten und Mimiken aus der ihm wohl bekannten schwulen Szene. Das Publikum war von ihm begeistert und auch hier hagelte es Beifall.

Nachdem Passun Ernesto Azhand sich über Salamones Namen lustig gemacht hatte, stopfte sich der Moderator Paul Salamone daraufhin etwas in die Hose (wahrscheinlich Socken), um seinen Genitalbereich sichtbar etwas fülliger erscheinen zu lassen. Auf der Bühne stehend bat er dann das Publikum, nach oben zu schauen anstelle nach unten. Erneut großes Gelächter im Publikum.

George Kammerer als 4. Act war der einzige unter allen Komödianten, der NICHT irgendwelche Witze über Minderheiten gemacht hatte. Nein, er erzählte über ein Croissant, das ihm geklaut wurde und im Nebel verschwand und, dass ihm niemand zur Seite gestanden hätte, auch nicht der Polizist. Er erzählte von seinen Erfahrungen beim Blutspenden trotz seiner Angst vor Nadeln. Seine Performance war geprägt von Situationskomik und Irreführungen in unterschiedliche Szenarien, aber ich hatte das Gefühl gehabt, dass er nicht so viel Beifall bekam (vielleicht täusche ich mich auch).

Dharmander Singh scheint der Renner unter den Komödianten zu sein, denn als er auf die Bühne kam, brüllte das Publikum. Seine Performance war sehr laut und übertrieben. Er ließ es sich nicht nehmen, Sprüche über Menschen/Eltern zu reißen, die sich gegen Pädophilie aussprechen und ihre Kinder schützen wollen. Er stellte sich als männliches Opfer hin, das immer nur von den Frauen sexualisiert werde, sobald er als Mann ein kleines Mädchen anschaue, das sich selbst aufgedonnert habe bzw. von den Eltern so „schlampig” gekleidet worden sei. Da fallen innerhalb seiner Performance auch schon mal Worte wie „radical cunt”, um sich über aufmuckende Frauen aufzuregen. Auch eine Kartoffel mit zwei Wölbungen musste herhalten als Interpretation für Hoden, Brüste oder ein Herz.

Am Ende performte eine 3er Gruppe als „Comedy Sportz” (u.a. mit George Kammerer) mit improvisierten Handlungen, die auf den Aussagen des befragten Publikums basierten, aber mit wechselnden Variationen, z.B. als Drama, Western, etc.


Ich fasse noch einmal zusammen:

Es wurden Witze gerissen über Minderheiten. Es wurde geschimpft über das politische überkorrekte Berlin. Wichsgesten und Attrappen im Genitalbereich waren der Teaser zu Beginn einiger Auftritte. Bei 5 Komödianten spielte Sexualität scheinbar die größte Rolle, um das Publikum für sich zu gewinnen.

Was mich jedoch am meisten enttäuscht hat, war das Publikum, das aus ca. 50-60 Personen bestand. Ich prangere an, dass dem Publikum eine gewisse Sensibilität gegenüber rassistischen, sexistischen und weiteren diskriminierenden Ausführungen fehlte. Und wenn nicht, hat es das Publikum wahrscheinlich bewusst ignoriert!

Am Ende kamen bei mir noch Fragen auf:

  • Warum wurden die Nationalitäten bei den einzelnen Komödianten hervorgehoben? Um damit rassistische Witze zu rechtfertigen? 
  • Weshalb werden Kömödianten eingeladen, bei denen fast jede Performance irgendeine Form von Diskriminierungen enthielt?
  • Warum werden krankhafte Triebe wie Pädophilie verharmlost und Kinder als „Schlampen” degradiert?

Ich wünsche mir von den Veranstalter_innen, dass sie in Zukunft überlegen, wen sie da einladen und das Programm überdenken. 

Gute Kömödiant_innen machen sich nicht auf Kosten von Minderheiten lustig. Das ist einfach nur erbärmlich!

Mein Lernprozess daraus: Ich werde Comedyshows ab jetzt grundsätzlich meiden. Und wenn ich sie besuche, dann vorab genauer unter die Lupe nehmen. Danke für den einzigen Lernprozess aus dieser Show!

‘It’s consuming me’ (3:09 min.) by Kai Stänicke

Brilliant short film about gay love, desires, dreams, cheating and jealousy 

Whatever I do, the thought of you is consuming me.

It was never mine, it will never be.